Interview mit Joe Ybarra und Dan Elggren
13.09.2006
Auf Escapistmagazine.com wurde ein Interview mit Joe Ybarra und Dan Elggren veröffentlicht. Wir haben es für euch sinngemäß ins Deutsche übersetzt.
Gateaktivierung: Einkommendes Wurmloch
Auf der AGC hatte ich die Ehre mit den Industrieveteranen Joe Ybarra und Dan Elggren, VP der Produktentwicklung und Senior Producer bei Cheyenne Mountain. Cheyenne arbeitet an einem MMOG das auf der Stargate TV und Filmlizenz basiert, Stargate Worlds, und trotz der Gefahren die den Entwicklern jedes lizenzbasierten science-fiction MMOGs (was sehr gut vom gut dokumentierten Debakel das einmal Star Wars Galaxies war und vielleicht wieder wird), denke ich dass das das Spiel (und das Team) wird dass man sich in den nächsten Jahren ansehen sollte.
Laut Cheyenne Mountain befindet sich Stargate Worlds noch in der Vorproduktion, aber das Team glaubt fest daran dass es sehr bald in die aktive Produktion gehen kann. Wie die Entwickler von jedem anderen Titel mit großem Budget ist Cheyenne auf der AGC, verbringt Zeit mit Journalisten und nimmt Lebensläufe von potentiellen Mitarbeitern an. Aber es ist das was Cheyenne anders macht, das die Leute die mit ihrem Blick über die Industrie schweifen, aufhorchen lassen sollte. Zusätzlich zu den normalen Mitarbeiterpositionen (Zeichner, Programmierer und Manager) welche die Gehaltszettel von typischen MMOGs auslasten, sucht Cheyenne nach Schreibern. Vielen, vielen Schreibern.
Der Stargate Worlds Schreiberstab wird von Anne Toole geleitet, einer Veteranin dessen, was man als die TV-Version eines MMOGs bezeichnen könnte, einer Seifenoper. Anne hat an der jetzt nicht mehr bestehenden Showtime-Serie Total Recall 2070 gearbeitet und hat bis vor kurzem noch Scripts für Days of Our Lives geschrieben; das ist, auf den ersten Blick, eine ungewöhnliche Kombination für jemanden der bei einer Spielefirma arbeitet, bis man einen Punkt bedenkt: Stargate Worlds ist eine Erweiterung zur am längsten laufenden SciFi-Serie die es je gegeben hat, und es verspricht Storyelemente zu liefern die genauso reich, unterschiedlich und (das ist der wichtigste Punkt) episodisch sind wie die Serie. Für ein so aufstrebendes Spiel wie Stargate Worlds ist jemand der Erfahrung im Bereich der Seifenoper-Produktion ein Gottesgeschenk.
Das Ziel des Spiels, laut Elggren und Ybarra, ist es eine lebendige, atmende Erweiterung des Stargate Universums im MMOG-Raum zu kreieren, mit hunderten Stunden voller Inhalt und Quests. Sie sagen mir dass sie von den Produzenden der TV-Serie ermutigt wurden nicht nur die Welten zu kreieren die sie (wegen dem Budget und anderen gründen) nicht am TV zeigen konnten, sondern auch neue Welten, Rassen und Szenarien die sie selbst entwerfen. Das könnten sehr gute Neuigkeiten für fans von SG-1 sein, das kürzlich vom Sci-Fi Network abgesetzt wurde, wenn die Cheyenne Manager die Essenz des Universums richtig auffangen.
Aber das ist es was am interessantesten am Gespräch mit Cheyenne war. Sie schienen davon garnicht betroffen zu sein. Vielleicht waren sie es, aber dann haben sie es gut versteckt. Als ich Dan und Joe fragte ob das Publikum für solch ein eifrig erwartetes Spiel sie nervös machte, gaben sie zu dass sie das beschäftigte aber beharrten darauf dass die Qualität des Produktes ihre Hauptsorge ist. Sie sagten auch dass es sehr viel Material gibt, da das Universum in der heutigen Zeit angesiedelt ist, in unserem Universum und neun Jahre im TV lief. Außerdem sagten sie noch dass die Erfinder der Serie das Universum selbst nicht zu ernst namen, was, wie sie hoffen, die Spieler ermutigen würde sich auch so zu verhalten.
Die Behauptung hunderte Stunden Inhalt zu haben ist nicht neu, aber was neu ist, ist ihre Andeutung das viel von diesem Inhalt beim ersten Durchspielen unsichtbar bleibt. Ybarra erklärte das es das Ziel sei eine Erfahrung zu kreieren die so zwingend und einmalig ist dass die Spieler zurückkommen werden und den Kern des Spiels nochmal spielen werden, aber dass sich das Universum mit jedem Durchspielen verändert; was grundsätzlich ein neues Spiel ergibt. Nochmal, das ist etwas was viele abgestumpfte MMOG-Spieler schon gehört haben, aber durch die Beharrlichkeit des Teams auf der Wichtigkeit der Story könnte dieses Spiel dieses Versprechen tatsächlich einhalten.
Als ich mit Dan und Joe sprach, wurde klar dass die wirkliche Story an Cheyenne Cheyenne selbst war. Belanglos wie ihr Projekt wird, das ist ein Team welches die Arten des aggressiven Managements aktiv ausübt und Enwticklungstechniken verwendet die viele Entwickler (und Spieler) erwartet haben. Joe beharrte darauf dass, unabhängig vom Druck auf das Team, Cheyenne bemüht ist ein forderndes, originelles und vor allem gutes Spiel zu produzieren und ein leichtes, agiles Entwicklungsteam zu haben und seinen Angestellten die Vorzüge von Freizeit und normalen Arbeitsstunden zu geben. Sich dessen bewusst dass das Adrenalin eines hektischen Zeitplanes oft wilde Titelkämpfe auslösen kann, waren sie beide dort, haben das getan und den Wert der Stabilität erkannt. Erin Hoffmann wäre stolz.
Während wir die Reife der Industrie diskutieren, stellte ich ihnen die obligatorische nach-der-E3 Fragte, "Was passiert zur nächsten E3?". Wie es bei fast jedem anderen war dem ich diese Frage gestellt habe, schien auch hier keiner überrascht dass die aufgeblähte, überfüllte LA Handelsshow den Bach runter gegangen war, aber jeder hatte andere Ideen von einer peferkten Ersatzshow.
Dan, wie viele Produzenten, schlägt vor dass die CES, die Las Vegas Consumer Technology Show (und symbolischer Geburtsort der E3) ein logischer Nachfolger wäre, und ich stimme ihm voll und ganz zu. Joe Ybarra andererseits, ein Veteran vieler Industrie Handelsshows antwortete einfach dass er Shows hasst. Wenn es nach ihm ginge würde er einen intimeren Austragungsort wie die AGC in diesem Jahr vorziehen. Natürlich habe ich das gefühl dass er das nur sagte weil unsere Ledersofas in dem 'The Escapist'-Abteil sehr gemütlich waren, aber die Tatsache dass wir drei fast eine Stunde mit gesellschaftlichen Gesprächen am Showparkett verbrachten, war erstaunlich und ein Zeichen dafür wie verrückt die E3 war und alles originelle und einmalige erschlug.
Woimmer wir auch hinkommen werden, es werden noch mindestens zwei Jahre vergehen bis wir Stargate Worlds zu sehen bekommen, und mit den Taschen voller Geld von den MGM Studios und mit den Produzenten der TV-Serie hinter ihnen ist es klar dass sie Voraussetzungen dafür geschaffen haben einen prächtigen Erfolg zu erzielen – eine Demonstration der Kraft gut aufgebauter Produktionsmodelle und Teammanagement-Philosophien in Aktion – oder einen betäubenden Fehlschlag wie wir sie schon oft gesehen haben. Ich habe mit ihnen gesprochen und die Echos einiger der hellsten und respektiertesten Visionäre der Industrie direkt von ihren Mündern gehört, also tippe ich aufs erste. Trotz der Wettchancen.
Ich werde das ganz genau im Auge behalten.
Interview geführt von The Escapist, sinngemäß ins Deutsche übersetzt von winman für Stargate-Welten.de