Stargate Worlds Tagebuch #1
(Original des Artikels auf RPGVault.ign.com, sinngemäß ins Deutsche übersetzt für Stargate-Welten.de)
Chris Klug von Cheyenne Mountain diskutiert Storytelling (dt. Geschichtenerzählen) in Massive Multiplayer Spielen und den primären Job des Autoren.
Stargates sind Portale, die es Menschen und Objekten erlauben durch künstliche stabile Wurmlöcher durch die Weiten des Weltalls zu reisen. Ursprünglich nahm man an, dass sie von den Goa'uld gebaut wurden, die sie dazu benutzten große Teile des Universums zu erobern und Menschen in viele verschiedene Teile der Galaxie zu schicken. Schlussendlich stellte sich jedoch heraus dass sie von einer anderen Rasse, bekannt als die Antiker, erbaut wurden, die einst eine besondere Verbindung zur Erde hatten. Die Antiker waren mit den Nox, den Furlingen und den Asgard verbündet, aber letzteren zu Folge haben sie sich in einen anderen Teil des Kosmos zurückgezogen.
Auf MGM's populärem Science Fiction Universum basierend, welches eine ganze Generation von TV-Sehern unterhalten hat, beginnt Stargate Worlds am Anfang der Stargate SG-1 Zeitlinie. Cheyenne Mountain Entertainment's Massive Multiplayer Online Rollenspiel-Titel wird es den Spielern erlauben, fremde Welten zu erforschen, uralten Zivilisationen zu begegnen und eine Vielzahl von gefürchteten Gegnern zu bekämpfen. Die verfügbaren Rassen wurden zwar noch nicht offiziell angekündigt, aber es deutet viel darauf hin dass wir als Menschen, Jaffa, Goa'uld oder Asgard spielen können. Das Team legt auch großen Wert auf das Erzählen von Geschichten, was ein charakteristisches Merkmal von Stargate Worlds darstellt.
Storytelling in MMOGs
Das Erzählen von Geschichten in MMOGs beinhaltet zur Gänze das Erstellen einer Struktur der Erfahrung des Spielers, und es ist diese Struktur welche die emotionale Erfahrung zum Spieler bringt.
Ich kann mit Sicherheit sagen dass die Struktur – nicht der Dialog – der wichtigste Job eines Autoren ist, und auch seine Hauptverantwortung. Dieser Job ist so wichtig, dass es fast alle anderen Arbeiten dieses Autoren überdeckt.
"Das ist eine gewagte Behauptung, Chris. Wir haben gedacht dass dieser Artikel uns über Storytelling in MMOGs berichten würde, nicht dieses Ding, dass du 'Struktur' nennst."
Ah, ich verstehe. Na gut, dann möchte ich unsere Diskussion beginnen, indem ich euch folgende Frage stelle: Was ist eurer Meinung nach eine Geschichte?
"Eine Geschichte? Eine Geschichte ist eine Abfolge von... warte Mal, warum diskutieren wir überhaupt die Geschichte wenn wir über ein MMOG sprechen? Ist ein MMOG nicht per Definition ein Spiel ohne Geschichte?"
Hmm, das hängt davon ab was man als Geschichte sieht.
Um das einmal festzuhalten, ich verstehe Geschichte als Veränderung in Folge von einem Konflikt. Veräderung in einem MMOG zu erwirken ist einfach; Charaktere steigen Levels, sie bekommen mehr Items, sie werden mächtiger. Sie verändern sich. Haken wir diesen Punkt ab. Allerdings ist es die Art eines Konfliktes im Universum in dem die Charaktere wachsen, die den Kern der Geschichte eines MMOGs ausmacht. Die Spieler müssen sich fühlen, als ob die Welt in der sie sich in ein Abenteuer wagen stimmig, logisch und fantastisch wäre – alles zugleich. Die Geschichte in einem MMOG ist eine dramatische, die mehr mit Film und Fernsehen anstatt mit Romanen oder Kurzgeschichten zu tun hat. Das Herz eines jeden erfolgreichen Dramas ist Struktur. Lasst mich erklären was ich mit Struktur meine.
Struktur ist "die Anordnung von und die Beziehung zwischen Elementen in einem komplexen Ganzen". Das ist eine Wörterbuchdefinition, aber eine die wir zur Untermauerung unserer Diskussion benutzen können. Ich höre schon wie ihr sagt: "Warum Struktur? Wenn MMOGs per Definition ein Medium sind, in dem man nicht kontrollieren kann was der Spieler tut, wie kann man dann von Struktur sprechen? Wie macht sich der Autor die Struktur in seinem Job zu nutze? Benutzen Autoren nicht Wörter? Bist du nicht dafür verantwortlich den Dialog des Spiels zu schreiben?"
Das ist eine interessante Frage. Was machen Autoren? Na ja, die meisten Leute nehmen an, dass sie Geschichten mit der Hilfe von Werkzeugen wie Wörtern, Satzstrukturen und Grammatik schreiben. Das scheint offensichtlich zu sein, oder? Autoren schrieben den Dialog. Das ist wahr, aber es ist nur ein Teil ihrer Arbeit und, in vielen Fällen, gerade in Dramen, der unwichtigste Teil. Als Teil des Publikums ist es einfach den Dialog zu sehen, da er an der Oberfläche eines jeden Dramas sitzt... und die Darsteller sind oft charismatisch, also ist es einfach ihnen bei ihrer Arbeit zuzusehen, während sie wie wild sprechen.
Aber kann mit Sicherheit sagen dass die Struktur – nicht der Dialog – der wichtigste Job eines Autoren ist, und auch seine Hauptverantwortung. Dieser Job ist so wichtig, dass es fast alle anderen Arbeiten dieses Autoren überdeckt. Ich weiß, diese Aussage ist vermutlich noch gewagter, als die mit der ich angefangen habe, also lasst es mich weiter erklären.
"Das Einzige, für dass sie dich wirklich bezahlen ist Struktur." William Goldman hat das über das Schreiben von Drehbüchern gesagt. Er ist wohl der beste Drehbuchautor der letzten 40 Jahre (seine berühmten Filme beinhalten Butch Cassidy and the Sundance Kid, Die Unbestechlichen, Die Braut des Prinzen, Good Will Hunting – ja er hat das Drehbuch zu GWH wirklich umgeschrieben, obwohl er es leugnet) und auch der Autor einiger der bekanntesten Dialogelemente überhaupt ("Mein Name ist Inigo Montoya, bereite dich darauf vor zu sterben"; "Folge der Spur Geldes") und ist fest davon überzeugt dass seine Hauptaufgabe als Autor ist, die Struktur des Films zu erschaffen.
Was bedeutet das genau? Dieser Frage werden wir uns beim nächsten Mal widmen.
Chris Klug
Creative Director, Stargate Worlds
Cheyenne Mountain Entertainment
(übersetzt von winman) |